Heimatnahe Betreuung von krebskranken Kindern

13.03.2018, Klinikum Kaufbeuren
Kinderklinik Kaufbeuren eröffnet erste kinderonkologische und –hämatologische Ambulanz im Allgäu

Wenn bei einem Kind eine bösartige Erkrankung festgestellt wird, steht meist die ganze Familie unter Schock. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war und zu den  Sorgen um das Kind, gesellt sich die Angst vor der langwierigen, komplizierten und eingreifenden Therapie, die in den meisten Fällen  nur weit vom Wohnort entfernt durchgeführt werden kann. Eine Zerreißprobe für die ganze Familie. Denn, wenn das Kind noch klein ist und Vater oder Mutter es begleiten müssen, es aber noch zu betreuende Geschwister in der Familie gibt, sind die Eltern nicht selten sogar gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben. Ganz zu schweigen von den vielen Fahrten zwischen Wohnort und Klinik bei einer ambulant durchgeführten Chemotherapie oder zu den anfänglich engmaschig angesetzten Nachsorgeuntersuchungen.

Als erste Klinik im Allgäu hat jetzt die Kinderklinik Kaufbeuren eine Kinderonkologische und –hämatologische Ambulanz eröffnet. Leiter ist der kinderonkologische und -hämatologische Spezialist Oberarzt Dr. med. Götz Wehl. „In unserer kinderonkologischen und -hämatologischen Ambulanz betreuen wir ab sofort Patienten mit Erkrankungen von Blut und Knochenmark, Krebserkrankungen (Tumoren vom Säuglingsalter bis zum Jugendlichen).“ Sofern alle medizinischen Voraussetzungen passen, kann ab sofort in der Kinderklinik Kaufbeuren auch eine Chemotherapie ambulant und heimatnah durchgeführt werden. Natürlich stets in enger Abstimmung mit dem behandelnden Kinderkrebszentrum in München oder Augsburg und natürlich unter Berücksichtigung aktueller, standardisierter und geprüfter Empfehlungen nationaler und internationaler Fachgesellschaften. „Eine heimatnahe ambulante Versorgung entlastet betroffene Familien sehr“, weiß Wehl aus seiner langjährigen Erfahrung als Kinderonkologe in den Krebszentren Innsbruck und Freiburg.

Neben der ambulanten Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebs- und Leukämieerkrankungen im Kindes- und Jugendalter umfasst die Ambulanz der Kinderklinik auch die Abklärung und Behandlung von nichtmalignen Bluterkrankungen. Nicht nur Eisenmangel kann zu einer Blutarmut führen. Auch eine Reihe angeborener Erkrankungen führt zur sog. Anämie. „Oftmals wird eine Bluterkrankung rein zufällig entdeckt“, erläutert Wehl. Ein schlechtes Blutbild sei meist ein erster Hinweis darauf. Dann gelte es, dies abklären zu lassen, um eine schwere Erkrankung auszuschließen. Bislang mussten Kinder und Jugendliche aus dem Allgäu weite Wege nach München oder Augsburg in Kauf nehmen. Jetzt können die jungen Patienten bei Verdacht auf eine Bluterkrankung heimatnah diagnostiziert und betreut werden. „Abhängig von der jeweiligen Diagnose führen wir spezialisierte Therapien durch.“, so Wehl. Und natürlich würden alle Fragen, die im Zusammenhang mit einer Bluterkrankung auftauchen in einer ruhigen, freundlichen und kindgerechten Umgebung geklärt werden.

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