Zuckersüß und zuckerkrank – wenn Kinder Diabetes haben.

30.06.2017, Klinikum Kaufbeuren
Seit Mai Diabetes-Ambulanz für Kinder am Klinikum Kaufbeuren

Immer mehr Kinder erkranken an Typ-1-Diabetes. Typ-1-Diabetes ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen bei Kindern. In Deutschland sind derzeit rund 32.500 Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren betroffen. Und jedes Jahr steigt diese Zahl. Weil die Behandlung meist sehr gesprächs- und betreuungsintensiv ist, Eltern immer aktiv in die Therapie miteinbezogen werden müssen, gibt es deshalb seit Mai neben dem Behandlungsangebot der niedergelassenen fachärztlichen Kollegen eine Diabetes-Ambulanz für Kinder  und Jugendliche und deren Eltern im Klinikum Kaufbeuren unter der Leitung von PD Dr. med. Markus Rauchenzauner, Chefarzt der Kinderklinik Kaufbeuren.

Die Diagnose ist für alle Beteiligten immer erst einmal ein Schock. Eine bis dahin vielleicht vorherrschende Unbeschwertheit  scheint für immer verloren. Denn mit Diabetes bei Kindern verändert sich Einiges im Leben der betroffenen Familien. Sie müssen lernen, mit der Krankheit umzugehen und ihren Alltag neu zu organisieren.

„Typ-1-Diabetes ist eine Erkrankung, die ein Leben lang bleibt, betreuungsintensiv ist und für die Betroffenen und deren Eltern erstmal viele viele Fragen aufwirft.“, erläutert Rauchenzauner. Viele Unsicherheiten rund um das Thema Essen stellen sich ein. Unsicherheiten und Fragen zum richtigen Umgang mit Sport und körperlicher Anstrengung kommen auf.  Angst vor Folgeerkrankungen, die Angst, was falsch zu machen und dadurch eine vielleicht lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung zu riskieren, bereiten vielen Eltern und betroffenen Kindern und Jugendlichen große Sorgen. „Hier sind erst einmal viele Gespräche nötig, um Eltern und Kindern wieder Vertrauen zu geben und ihnen zu versichern, dass sie auf nichts verzichten müssen!“, erklärt Rauchenzauner. „Kinder und Jugendliche mit Diabetes können ganz unbeschwert und normal aufwachsen“, beruhigt der Stoffwechselspezialist. Doch natürlich gelte es, sich zunächst einmal mit der neuen Lebenssituation auseinanderzusetzen und anzufreunden.  Parallel dazu sei es natürlich vorrangig, den Stoffwechsel optimal einzustellen, um den Blutzucker konstant zu halten, was bei Kindern und Jugendlichen nicht ganz einfach sei. „Unsere Diabetes-Ambulanz umfasst deshalb nicht nur intensive Schulungen zum richtigen Umgang mit Insulingaben und Ernährungsempfehlungen.“, erläutert Rauchenzauner. Die jungen Diabetespatienten und ihre Eltern würden durch ein qualifiziertes, interdisziplinäres Team aus Kinderdiabetologen, Diabetes- und Ernährungsberatern, speziell ausgebildeten Krankenschwestern und Psychologen einfühlsam betreut.

„Uns ist es ein Anliegen, dass sich die Familien gut aufgehoben fühlen“, so Rauchenzauner. „Wir wollen sie zu Experten in eigener Sache machen“, so der Anspruch der Ambulanz. Dazu biete und schule man alle Methoden moderner Diabetes-Therapie wie Pumpentherapie, kontinuierliches Glukose-Monitoring (CGM), EDV-unterstützte Auswertungen, Therapiekontrolle und ein deutschlandweites Benchmarking. Natürlich könne man bei allen Angeboten moderner Diabetes-Therapie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Diabetes eine mitunter heimtückische Erkrankung sei, die vom kranken Kind ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenverantwortung abverlange. „Umso wichtiger sind ehrliche Information und eine einfühlsame Begleitung.“, betont Rauchenzauner.

Symptome, bei denen Eltern den Arzt aufsuchen sollten:

  • Starker Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Gewichtsverlust
  • Körperlicher Leistungsabfall
  • Unklare Bauchschmerzen

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